Joachim Nusch • Galicien | Köln, 02.11.2017

Ich suchte eine erreichbare Gegend, die urtümlich, abenteuerlich, unentdeckt und wild ist. Die versteckt ist vor den Augen des europäischen Massentourismus und zugleich mystisch und historisch ist. Eine Region, die bereits vor der römischen Eroberung als eine gewisse kulturelle Einheit bestand und von Kelten besiedelt wurde. Galicien.

Als Spanienfan, der sich vornehmlich im Mittelmeerraum aufhält, hörte ich immer wieder, wie wunderschön Galicien sei. Wild, romantisch und einzigartig. Die Weite des Ozeans, ein unentwegtes Murmeln der Liturgie des Atlantiks und des kantabrischen Meer an der Nordwest Küste der iberischen Halbinsel. Weit im Westen. Klare Luft, wildes Klima, helles Licht, immergrüne Wälder, atemberaubende Sonnenuntergänge, umgeben vom Duft der Eukalyptusbäume. Verwunschene Pfade, kurvenreiche kaum befahrene Straßen, Wanderwege in harte Steinplatten gegraben, von Ginster umgeben, zerfurcht von schlammigem Morast. Land der grünen Erde.

Viele Spanier in den Ballungsräumen, sehnen sich danach ihren Ruhestand in Galicien zu verbringen. Ruhig, beschaulich, umgeben von freundlichen Menschen, gesellig und mit gutem Essen.

Heute leben dort die Söhne und Töchter der edlen Kelten. Besucht von Wanderern und Pilgern, die den Sinn und die Richtung des Lebens suchen. Menschen, die einfach mal weg wollen und auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela, zum Grab des Heiligen Jakobus, Weinen, Lachen und Trauern, um spirituelle Erneuerung zu erfahren. Oder nur neue Impulse zur Veränderung des Lebens suchen.

Eine Legende sagt:

„Es gibt einen Ort, zu dem wir irgendwann einmal hingehen. Lebendig oder tot.“

Jedes Haus ist eine Welt, jeder Stein hat seine Geschichte, jeder Baum ein Mysterium.

Dort, wo die Welt über das Ende der Welt hinausgeht. Vergangenheit und Zukunft.

Fernab stetiger Zivilisationsgeräusche gibt es eine Welt, die frei davon ist.

Wo Dein Herz überfließt, Frieden und Erneuerung findet.
Ein Ort, an dem es keine Worte mehr gibt.

Nur schauen und schweigen. Ende und Anfang des Caminos. Galicien.“

 

Einwohner: 2.718.525

Hauptstadt: Santiago de Compostela
Amtssprache: Spanisch und Galicisch

Homepage: joachim-nusch.de