Johanna Ellsel • Mein Auslandsjahr in Estland | Dresden, 06.11.2024

Von einer kleinen Familie in eine Großfamilie mit 5 Geschwistern. Aus einem Land mit großer Bevölkerungsdichte in eines mit kleiner. In ein neues Umfeld mit neuer Kultur und Sprache. Nach Estland – ein Land mit 1,3 Millionen Einwohnern, zu denen auch ich für 10 Monate gehöre. Durch mein Auslandsjahr kann ich Estland meine Heimat nennen und in eine neue und wirklich bemerkenswerte Kultur eintauchen. Kennengelernt habe ich wunderschöne weite und unberührte Natur sowie kleinere Städte mit tollen Museen und Cafés. Besonders schön sind die Städte Tallinn und Tartu, welche die zweitgrößteStadt Estlands ist und 2024 zur Kulturhauptstadt Europas gekürt wurde. Durch die altertümlichen Gassen dieser zwei Städte bin ich viele Male gegangen und konnte immer wieder etwas Neues entdecken. Nach insgesamt 10 Monaten in einem anderen Land habe ich wirklich viel zu erzählen, besonders da man von diesem Land normalerweise nicht sehr viel weiß, und wenn ich einmal anfange von diesem wunderschönen Land zu sprechen, komme ich schwer aus dem Schwärmen heraus…

Auch in der Schule bemerke ich doch viele Unterschiede. Der Unterricht beginnt jeden Tag 8.45 Uhr. Das Mittagessen in der Schulkantine ist komplett kostenfrei, ebenso die Busfahrkarte. Generell ist der Unterricht und auch die Fächer abwechslungsreicher. Tests werden auch online geschrieben und sein Handy darf man im Unterricht benutzen. Über eine Plattform werden die Hausaufgaben eingestellt, ein Hausaufgabenheft wie ich es von Deutschland her kenne, habe ich hier noch nie gesehen. Die Schüler können den Schulalltag viel mehr mit gestalten und auch Feiertage werden immer besonders zelebriert. Musik und Tanz spielt eine große Rolle und es gibt jeden Monat mindestens ein Schulkonzert, wo Schüler ihre Talente zeigen können. An dieses Schulsystem habe ich mich schnell gewöhnt. Auch hat Estland viele Jahre sehr gute Ergebnisse bei der Pisa Studie erzielt. Aber nicht nur der Schulalltag hat mich während meines Austauschjahres sehr geprägt, sondern viele Erlebnisse rund um mein Leben in Estland – 1.500 km weit weg von meiner Heimat Dresden.