Lena & Bobo • Hiking, paddling & failing | Köln, 03.11.2022

– Mit dem Oldtimer-Bus 8 Monate durch Europa

Mindestens 6 Monate mit unserem 32-jährigen Bus durch Europa reisen – das ist das Einzige, was wirklich vor der Reise feststand. Ursprünglich wollten wir im Sommer in den Norden und um die Ostsee rum. Dann verschob sich unsere Reise aber auf Herbst/Winter. „Dann aber nach Süden Richtung Griechenland, oder?“ „Warum eigentlich nicht beides?“  Und so kam es, dass wir den Herbst und Winter im eiskalten Norden verbracht haben, bevor wir ans Mittelmeer gefahren sind. Dort nahm uns der kälteste Winter Griechenlands seit 35 Jahren in Empfang, aber das wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Wir wussten zwar, dass es tendenziell kälter im Norden wird, aber auf Temperaturen von teilweise -22°C waren wir nicht vorbereitet. Die Kälte stellte uns zusammen mit unserer eigenen Naivität vor viele Schwierigkeiten: Einfrierende Wassertanks & Innenraum, nicht-ladende (für Heizung dringend benötigte) Batterien, fast abgefrorene Finger beim Reparieren & ausgelöste Feueralarme. Durch die eisigen Temperaturen und der teilweise um 14 Uhr untergehenden Sonne kamen die sowieso schon engen Wände vom Bus gefühlt immer näher, was beziehungsinterne Konflikte angefeuert hat. Doch wir durften so den ganzen Zauber der Natur für uns alleine erleben: Beim Wandern, Stand-up-paddeln und auf den fast 25.000 km on the road. Alles begleitet durch faszinierende Licht- und Farbenspiele, die wir im Sommer dort nicht erleben würden.

Doch irgendwann hatten wir dann genug von Schnee & Winter und haben unsere Richtung gen Süden geändert. Die Zeit des Fahrradfahrens sollte kommen, aber wir haben unseren Fahrradträger völlig demoliert und mit einem Fahrrad weniger auf der Hälfte zurückgelassen. Endlich hatten wir keine Probleme mehr mit der Batterie, die ab jetzt durch die Sonne aufgeladen wurde. Aber wir haben uns weiterhin ständig in Schwierigkeiten begeben: Wir haben uns bis zur Aussichtslosigkeit auf matschigen albanischen Schotterpisten festgefahren, unsere Kupplung zum Qualmen gebraten und sind mitten im griechischen Niemandsland liegengeblieben, ständig ging irgendwas kaputt… Irgendwie gab es aber immer eine Lösung und es hat zu einmaligen, inspirierenden Begegnungen geführt.

Zurückblickend war es genau die richtige Route für uns. So konnten wir die ganze Vielfalt von Nord- und Südeuropa kennenlernen, mit all ihren fließenden Übergängen in Bezug auf Landschaft, Menschen, Sprache, Kultur und sonstige Eigenheiten. Durch die Herausforderungen und Fehler haben wir viel gelernt, was uns aber bestimmt nicht vor Neuen auf weiteren Reisen bewahrt.

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