Melanie Baier • Jakobsweg mit Sohn | Dresden, 21.04.2026

Ich bin alleinerziehende Mama und hatte schon lange den Wunsch den Jakobsweg zu laufen. Was lange wert, wird auch gut. Im Jahr 2023, habe ich damals mit noch Säugling den Weg von Görlitz versucht. Diesen aber abgebrochen, da so ein Fahrradanhänger im Schritttempo doch sehr heiß werden kann. Dieses Jahr habe ich dann im Juni erst ein geführtes Pilgern gemacht, also Unterkünfte, Wegdistanzen und mit Gepäcktransport waren extern vorgeplant. Wir mussten nur laufen. Es war zauberhaft von Sarria bis Santiago (letzten Etappen des französischen Weges) rund 115km in 10 Tagen.

Aber das reichte mir nicht, ich wollte es richtig machen. Daher der Entschluss, wir wagen das Abenteuer erneut mit allem was dazugehört, nur Rucksack, wir und der Weg wie er kommt. Reine Lauftage standen 23 zur Verfügung. Ziel war definitiv wieder Santiago, mit Option bis Fisterra (Ende der Welt). Und tatsächlich sind wir an 20 Tagen von Porto (Küstenweg mit spiritueller Variante) nach Santiago nach Muxia bis nach Fisterra gelaufen, also ich. Mein Sohn, da noch zwei Jahre habe ich im Sportbuggy überwiegend geschoben. Schlussendlich haben wir so über 400km zurückgelegt, zwei Länder auf ganz individuelle Art kennengelernt und sind beide über uns hinausgewachsen, aber vor allem noch mehr zusammengewachsen. Rückblickend können wir sagen: „zusammen gehen wir bis ans Ende der Welt.“