Vanessa Schade • Die (alte) chinesische Seidenstraße | Köln, 16.05.2019

“Du bist aber mutig. Ich würde so gerne mit Dir reisen.” Das hörte ich häufig, wenn ich von meinem Plan erzählte, die chinesische Seidenstraße von Peking nach Kashgar zu bereisen. Mehr als 4.000 Kilometer über Land führte mich diese Reise außerhalb der Saison im Oktober 2014 nur in Begleitung eines männlichen chinesischen Führers. In der gesamten Zeit habe ich keine zehn westlichen Ausländer getroffen. Von der pulsierenden Hauptstadt Peking reiste ich nach Xi’an zur Terrakotta-Armee und ins muslimische Viertel, nach Jiayuguan zum westlichsten Ende der chinesischen Mauer, zur Hängenden Mauer und zum Jiayuguan Fort und nach Dunhuang zu den Mogao-Grotten sowie zu den bis zu 300 Meter hohen Mingsha-Sanddünen. In der nordwestlichsten chinesischen Provinz Xinjiang führte mich mein Abenteuer nach Turfan zu den Bezeklik-Grotten und den Flammenden Bergen sowie in die nahegelegenen Ruinenstädten Jiaohe und Gaochang. Weiter ging die Reise ins Tian-Shan-Gebirge und zum Himmelssee sowie in die Provinzhauptstadt Urumqi. Dort verließ ich die nördliche Seidenstraße, um von Hotan, einer kleinen Stadt in der Taklamakan-Wüste, der südlichen Seidenstraße bis nach Kashgar zu folgen. Der Besuch des Sonntagsbasars und des Viehmarktes, der Id Kah-Moschee und der Altstadt von Kashgar bildeten den perfekten Abschluss meiner Reise entlang der historischen Handelsroute, mit der ich mir einen Traum verwirklichte. Doch es waren nicht nur die Orte, die Landschaften und die Kulturschätze, sondern auch die Einheimischen, ihre Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Neugier, die mich verzaubert haben.

Diese Reise war mein vierter Aufenthalt im Reich der Mitte. Mittlerweile war ich acht Mal in China, habe von August 2017 bis Januar 2018 in Peking gelebt und Chinesisch an einer der Universitäten in der chinesischen Hauptstadt studiert. Spätestens bei meinem zweiten Aufenthalt im April 2013 habe ich mich in das Reich der Mitte verliebt. Neben der chinesischen Seidenstraße kenne ich einige Städte und Orte in Ostchina, die Provinzen Sichuan und Yunnan im Westen und Südwesten des Landes, die tibetisch beeinflussten Klöster Labrang in Xiahe (Provinz Gansu) und Kumbum in Xining (Provinz Qinghai) und das Autonome Gebiet Tibet. Außerdem habe ich beim größten Eisfestival der Welt, dem Harbin Eisfestival im Nordosten Chinas, haushohe Schnee- und Eisskulpturen bewundert.

Lass Dich von mir auf die alte Seidenstraße entführen und reise mit mir abseits der ausgetretenen Touristenpfade quer durch China von Ost nach West.

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